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HTTP-Weiterleitungen: 301 vs. 302 richtig einsetzen

301 und 302 sind die wichtigsten HTTP-Weiterleitungscodes. Erfahren Sie den Unterschied, wann welcher Code gilt und wie Fehler beim Einrichten vermieden werden.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 24.05.2026 2 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Weiterleitungen im HTTP-Protokoll

Eine HTTP-Weiterleitung teilt dem Browser oder Crawler mit, dass eine Ressource unter einer anderen URL zu finden ist. Der Server antwortet nicht mit dem eigentlichen Inhalt, sondern mit einem Statuscode und einem Location-Header, der die neue Adresse enthält. Der Client folgt dieser Anweisung automatisch.

In der Praxis begegnen uns Weiterleitungen ständig: beim Wechsel von HTTP auf HTTPS, beim Umzug einer Domain, beim Entfernen von URLs ohne direkten Ersatz oder beim Kanonisieren von Varianten (mit und ohne www).

Der Unterschied zwischen 301 und 302

HTTP 301 Moved Permanently

Eine 301-Weiterleitung signalisiert, dass die Ressource dauerhaft unter einer neuen URL zu finden ist. Browser cachen diese Weiterleitung, sodass bei einem erneuten Aufruf der alten URL direkt zur neuen weitergeleitet wird, ohne den Server zu befragen.

Für Suchmaschinen bedeutet eine 301-Weiterleitung, dass sie die neue URL indexieren und die alte aus dem Index entfernen sollen. Linkwert und Autorität der alten URL werden auf die neue übertragen.

HTTP 302 Found

Eine 302-Weiterleitung signalisiert eine temporäre Umleitung. Die ursprüngliche URL soll erhalten bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv sein. Browser cachen 302-Weiterleitungen in der Regel nicht. Suchmaschinen indexieren bei einer 302 weiterhin die ursprüngliche URL, nicht die Ziel-URL.

Ein klassisches Beispiel ist die Umleitung auf eine Wartungsseite. Die originale URL bleibt kanonisch, der Inhalt ist nur vorübergehend woanders.

Häufige Fehler und ihre Konsequenzen

Falsche Verwendung von 302 statt 301 bei dauerhaften Umzügen

Das ist der verbreitetste Fehler. Eine Entwicklerin richtet beim Domain-Umzug eine 302-Weiterleitung ein, weil es schneller geht. Suchmaschinen indexieren daraufhin beide URLs oder behalten die alte. Linkwert wird nicht übertragen. Der SEO-Schaden kann erheblich sein und Monate dauern bis er sich auswirkt.

Weiterleitungsketten

Eine Weiterleitungskette entsteht, wenn Weiterleitung A auf B zeigt, B auf C, C auf D und so weiter. Jeder Hop kostet Zeit und reduziert den Linkwert, der übertragen wird. Browser brechen nach einer bestimmten Anzahl von Hops ab. Das Tool zeigt, ob eine URL am Ende eine saubere 200-Antwort liefert oder in einer langen Kette endet.

Kette vermeiden:

Alt: /alte-seite -> /zwischenschritt -> /neue-seite
Gut: /alte-seite -> /neue-seite

Weiterleitungsschleifen

Wenn Weiterleitung A auf B zeigt und B auf A zurückzeigt, entsteht eine Schleife. Browser zeigen nach einer bestimmten Anzahl von Versuchen einen Fehler. Ursache sind oft fehlerhafte .htaccess-Regeln oder CMS-Konfigurationen.

HTTP auf HTTPS ohne korrekte Konfiguration

Bei der Umstellung auf HTTPS sollte eine 301-Weiterleitung von http://example.com auf https://example.com eingerichtet werden. Fehler entstehen, wenn die HTTPS-Variante selbst noch einmal weiterleitet (z.B. auf https://www.example.com), was eine vermeidbare Kette erzeugt.

Weitere Weiterleitungscodes

Neben 301 und 302 gibt es weitere relevante Codes:

HTTP 303 See Other: Wird nach einem POST-Request eingesetzt, um den Browser zu einer GET-Anfrage umzuleiten. Verhindert das erneute Absenden eines Formulars beim Aktualisieren der Seite.

HTTP 307 Temporary Redirect: Entspricht 302, schreibt aber explizit vor, dass die HTTP-Methode (GET, POST, etc.) beim Folgen der Weiterleitung nicht geändert werden darf.

HTTP 308 Permanent Redirect: Entspricht 301, schreibt aber ebenfalls vor, dass die Methode erhalten bleibt. Relevant, wenn POST-Anfragen dauerhaft auf eine neue URL umgeleitet werden sollen.

Weiterleitungen einrichten

Apache (.htaccess):

# 301 Permanent
Redirect 301 /alte-seite /neue-seite

# 302 Temporaer
Redirect 302 /wartung /wartung-info

# Ganzer Domain-Umzug
RewriteEngine On
RewriteCond %\{HTTP_HOST\} ^alte-domain\.de [NC]
RewriteRule ^(.*)$ https://neue-domain.de/$1 [R=301,L]

Nginx:

# 301 Permanent
location /alte-seite \{
    return 301 /neue-seite;
\}

# HTTP zu HTTPS
server \{
    listen 80;
    server_name example.com;
    return 301 https://example.com$request_uri;
\}

Weiterleitungen aus Monitoring-Sicht

Das Tool auf dieser Seite prüft, welchen HTTP-Statuscode eine URL zurückgibt. Bei Weiterleitungen folgt es der Kette und zeigt den finalen Status. Das ist nützlich, um sicherzustellen, dass eine Weiterleitung am Ende bei einem 200 OK landet und keine Schleife oder Kette mit zu vielen Hops entsteht.

Wer viele URLs gleichzeitig prüfen will, sollte zusätzlich Crawling-Tools einsetzen, die den gesamten Weiterleitungspfad dokumentieren.

Zusammenfassung

Die Wahl zwischen 301 und 302 ist keine technische Kleinigkeit, sondern hat direkte Auswirkungen auf SEO und Nutzererfahrung. Die Faustregel: Permanenter Umzug bedeutet 301, temporäre Situation bedeutet 302. Weiterleitungsketten und Schleifen sollten regelmäßig geprüft und aufgelöst werden.

Häufige Fragen

Überträgt eine 301-Weiterleitung den PageRank auf die neue URL?

Ja, Google überträgt bei einer 301-Weiterleitung den Link-Wert (früher PageRank) auf die Ziel-URL. Der Prozess dauert einige Wochen, da Googlebot die neue URL erst crawlen und indexieren muss. Eine korrekte 301-Kette mit wenigen Zwischenstopps ist dabei wichtig.

Kann ich eine 301-Weiterleitung rückgängig machen?

Technisch ja, aber Browser cachen 301-Weiterleitungen aggressiv. Ein Benutzer, der die Weiterleitung bereits im Cache hat, wird beim Aufruf der alten URL sofort weitergeleitet, ohne den Server zu fragen. Es kann Tage dauern, bis alle Clients die neue Konfiguration aufnehmen.

Was ist eine Weiterleitungsschleife und wie erkenne ich sie?

Eine Weiterleitungsschleife (Redirect Loop) entsteht, wenn URL A auf URL B weiterleitet und URL B wieder auf URL A. Browser brechen nach einer bestimmten Anzahl von Weiterleitungen ab und zeigen einen Fehler. Das Tool gibt bei einer Weiterleitungsschleife keinen finalen 200-Status zurück.

Quellen

Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung website-status-checker.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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